10 Jahre Interventionsstelle Neuwied:

ein langer aber erfolgreicher Weg

17.9.2018 | Gemeinsam mit dem Neuwieder Netzwerk gegen Gewalt feierte die Interventionsstelle Neuwied des Caritasverbandes Rhein-Wied-Sieg e.V. ihr 10-jähriges Bestehen. Die NetzwerkpartnerInnen bei der Feierstunde. Mit dem 1999 parteiübergreifend beschlossenen Konzept gegen Gewalt an Frauen des Rheinland-Pfälzischen Landtages und der darauf folgenden Gründung des Rheinland-Pfälzischen Interventionsprojektes gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen (RIGG) rückte das Thema der häuslichen Gewalt in die breite Öffentlichkeit. In den darauffolgenden Jahren wurde das Gewaltschutzgesetz verabschiedet, das Polizeiordnungsgesetz geändert, „Runde Tische“ gegen Gewalt gegründet und die ersten pro-aktiven Interventionsstellen im Land eingerichtet. 2005 wurde auf Wunsch der Polizei auch in Neuwied von der Caritas, der Diakonie und der Lebensberatung des Bistums Trier die Krisenintervention bei Gewalt in engen sozialen Beziehungen möglich. Im 4-Monate-Rhythmus wechselten sich die Beratungsstellen ab, um Frauen in Gewaltbeziehungen ein gewaltfreies Leben zu ermöglichen. Seit September 2008 schließlich wurde eine hauptamtliche Stelle beim Caritas- verband in Neuwied eingerichtet, die vom Land Rheinland-Pfalz finanziert wird. Mit dem damals neuen Ansatz, der pro-aktiven Beratung kann die Interventionsstelle auf eine erfolgreiche Vergangenheit zurückblicken. Die Polizei leitet mit Einwilligung des Gewaltopfers die Kontaktdaten an die Interventionsstelle weiter, die sich zeitnah bei der Betroffenen der häuslichen Gewalt meldet. Telefonische und persönliche Beratung werden angeboten, um z.B. Informationen zu den rechtlichen Schutzmöglichkeiten zu geben und weitere Schritte zum Ausstieg aus der Gewalt zu erörtern. So wurden seit der Einrichtung 2008 über 1.200 Frauen und (wenige) Männer in der Interventionsstelle Neuwied beraten, wobei rund ein Drittel der Klienten sog. Selbstmelderinnen sind, die ohne Polizeieinsatz den Weg zur Beratung suchen. „Dank des guten Netzwerks“, so die Mitarbeiterin der Interventionsstelle „ist es uns immer wieder möglich, Wege für die Betroffenen aufzuzeigen. Allerdings müssen diese schließlich den Weg aus der Gewalt selbst gehen. Häufig ist dieser Ausstieg aus der Gewalt sehr schwer und es kommt in rund 8% der Fälle zu wiederholtem Kontakt mit uns“. Das Netzwerk ist auch zwingend erforderlich, weil in rund 70% der Fälle Kinder in den Familien leben, häufig Rechtsbeistand notwendig wird oder eine unverzügliche Unterbringung in einem Frauenhaus notwendig wird, so ist die Zusammenarbeit mit den Jugendämtern, der Ausländerbehörde, dem Jobcenter oder dem Amts- gericht oft erforderlich, um den Frauen ein gewaltfreies Leben zu ermöglichen. Die Dienststellenleiterin der Caritasgeschäftsstelle Neuwied, Claudia Pauly, bedankte sich sowohl bei den Netzwerkpartnern als auch bei der Mitarbeiterin der Interventionsstelle für die geleistete Arbeit der letzten 10 Jahre. Die unverändert hohen Fallzahlen, machen auch in Zukunft den Einsatz der Interventionsstelle erforderlich, damit Frauen Unterstützung erhalten, wenn sie Gewalt in engen sozialen Beziehungen erleben. Sie erreichen die Interventionsstelle unter Tel. 02631 — 98 75 52