Das Projekt „Sonnenland“ 

Das Projekt „Sonnenland“ ist  für Flüchtlinge im Status SGB II ausgelegt, vornehm- lich aus Syrien / Irak bzw. allgemein aus dem Arabisch sprechenden Raum. Es ist  eine  AGH- (Arbeitsgelegenheiten-) Maßnahme in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Neuwied zur ersten Arbeitsmaktintegration von Flüchtlingen. In erster Linie sollen die Flüchtlinge hier niedrigschwellig erste Arbeitsmarkterfahrungen machen und die deutsche Sprache erlernen. Das am 1. Juni 2016 gestartete Modelprojekt ist beim Ortscaritasverband Neuwied im Fachdienst „Soziale Dienste - Integration und Existenzsicherung“ angesiedelt. Im Projekt sind 16 AGH-Teilnehmer/innen: 4 Deutsche und 12 Flüchtlinge. Die deutschen Teilnehmer sind wichtig, damit im Projekt die deutsche  Sprache gesprochen wird.

Das Projekt wird an vier Standorten durchgeführt:

Bei der Tafel Neuwied arbeiten die Teilnehmer in der Lebensmittelsortierung und Ausgabe mit. Im Sommer 2016 haben die Sonnenland AGH-Teilnehmer dort auch das „Sonnenland Café“ eröffnet und somit einen Ort geschaffen, wo Tafelkunden miteinander ins Gespräch kommen können, Kaffee, Tee und Gebäck erhalten, Lesen oder Schach spielen können. Auch eine Kinderspielecke wurde mittlerweile ein- gerichtet. Die Arbeit bei der Tafel wird angeleitet und organisiert von dem zuständigen Koordinator der Tafel (halbe Stelle): Markus Oehlschläger, der die Schnittstelle zwischen Sonnenland Projekt und der Tafel Neuwied inne hat und mit einer halben Stelle im Projekt Sonnenland mitarbeitet. Der Deutschunterricht und die Projektarbeit findet 2 x pro Woche im Konferenz- raum der Caritas und im PC Raum des Mehrgenerationenhauses statt. Die Projekt- arbeit bezieht sich in erster Linie auf das Zurechtkommen im deutschen Alltag. Hilfe bei Behördenangelegenheiten, aber auch z.B. der Besuch der Bank oder des Bahn- hofes und die gemeinsame Gestaltung eines internationalen Kochbuchs ergänzen den theoretischen Unterricht. Die Gestaltung dieser Unterrichtseinheiten obliegt der Anleiterin: Sabine Schneider, die außerdem u.a. mit der Teamleitung Frau Pauly für die Öffentlichkeitsarbeit im Projekt zuständig ist. Dreh- und Angelpunkt ist aber der Übersetzer bzw. Sprachmittler: Mohammed Sido, der Vollzeit im Projekt arbeitet. Er ist Syrer und spricht Arabisch, Kurdisch, Englisch, Russisch und Deutsch.  Aus den Erfahrungen heraus ist zu sagen, dass es bei einer guten Sprachmittlung darum geht ,eine loyale Haltung und sehr gute Kenntnisse der Mentalitäten und Hintergründe von Menschen aus dem arabischen Raum zu managen. Herrn Sido gelingt es aufgrund dieser und seiner Fähigkeiten, dass die Teilnehmer mit unterschiedlichen Hintergründen und Herkunftsländer zusammen- wachsen und ein Team bilden. Alle Teilnehmer bringen ihre jeweiligen Fähigkeiten ins Projekt ein, helfen und stützen sich gegenseitig und vermitteln somit ein Gefühl immer mehr anzukommen im fremden Land, ein Gefühl von Zuhause sein stellt sich ein. Man ist zusammen und nicht mehr allein! Das Projekt hat Modellcharakter und entwickelt sich anhand der Erfahrungen und Bedürfnisse der Teilnehmer und Mitarbeiter ständig weiter. Die deutschen Teil- nehmer garantieren, dass der Hauptfokus auf dem Erlernen der deutschen Sprache liegt. Auch bei der Tafel und im Sonnenland Café ist die „Hauptsprache“ Deutsch. Deutsche Sprachkenntnisse sind Schlüssel zu Integration und Arbeitsmarkt! Bislang konnten einige Teilnehmer in einer Ausbildung bzw. Weiterbildung unter- gebracht werden. Ein Teilnehmer und eine Teilnehmerin haben einen „Bufdi“-  (Bundesfreiwilligendienst-) Vertrag bei der Tafel Neuwied erhalten und die anderen sind im nächsthöheren Sprachkurs untergekommen. Alle Akteure des Projektes Sonnenland verbringen Zeit miteinander und schaffen so einen Ort, der sich wie ein Zuhause anfühlt, ob in der Tafel, im Sonnenland Café oder in der Caritas. Hier ein paar Aussagen was das Sonnenland Projekt den Teilnehmern und Teil- nehmerinnen bedeutet: „Das Projekt bringt eine Alltagsstruktur in der neuen Heimat.“ „Hier habe ich Freunde gefunden.“ „Man lernt andere Kulturen kennen.“ „Nächstenliebe geben und erfahren.“ „Endlich Kontakt zu Deutschen!“ „Weiterentwicklung.“ „Deutschkenntnisse verbessern.“ „Ich lerne den Alltag in Deutschland zu meistern.“ Besonders freut es alle im Projekt mitarbeitenden Personen, dass es viele Flücht- linge und Deutsche  gibt, die beim Jobcenter vorstellig werden und sich für einen Platz im Projekt Sonnenland bewerben.
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